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Teile des folgenden Textes habe ich dem Bericht von Anke entnommen.
Koffer und Kameratasche waren gepackt und von Münster aus ging es nach Amsterdam, wo unsere Reisegruppe das erste Mal aufeinander treffen sollte. Mit dabei die Bodensee-Christel, Anke, Dagmar & Jochen, Simone, Angie, Karl, Michael, Ingrid, Senior Expert Dietmar und natürlich unser Organisator Helmut. Aus verschiedenen Teilen Deutschlands angereist, bestiegen wir um 19:00 das Flugzeug und sollten es die nächsten 12 Stunden auch nicht mehr verlassen. Ein kurzer Zwischenstop in Kuala Lumpur stimmte uns auf das Klima ein und wenige Stunden später erreichten wir Jakarta auf Java.
Auf der einstündigen Autofahrt in unser Hotel Maharani lernten wir die STVO Indonesiens kennen und waren stets froh, nur passive Verkehrsteilnehmer zu sein. Das Abendessen genossen wir in einer Art Biergarten, bei sehr entspannter House-Musik, die jegliche Unterhaltung unmöglich machte, sehr gutem Essen und natürlich kühlem Bintang.
Das Prinzip des Primaten-Centers ist es, sich als Besucher gefangen zu fühlen. Der Besucher soll nachempfinden können, wie sich ein Tier in Gefangenschaft fühlt – diese optimal umgesetze Idee von Willie Smits ist ihm hervorragend gelungen.
Leider war die Zeit knapp, wir mussten unseren Flieger nach Palanka Raya erwischen – und wieder wurden wir mit unserer deutschen Pünktlichkeit konfrontiert. Natürlich startete auch dieses Flugzeug mit 1 - 2 Stunden Verspätung. Lone Dröscher-Nielsen, die Leiterin der Rehabilitationsstation der Orang-Waisen, Muslimin und Made holten uns am Flughafen ab und weiter ging die Fahrt nach Nyaru Menteng.
Für uns alle war es ein bleibendes Erlebnis, den kleinen roten Pelzmonstern bei ihren Kletterversuchen und Albereien zuzuschauen; gleichzeitig wurde uns allerdings die knallharte Wahrheit aufgezeigt. Wieviele es doch sind, wieviele Mütter getötet wurden und wieviele kleine rote Lebewesen nicht das Glück hatten, es bis zu Lone und ihrem Team zu schaffen. Lone und ihr Assistent Hardy nahmen sich trotz vieler Problemfälle unter den Schützlingen alle Zeit, unsere Fragen zu beantworten und die Station mit all ihren Aufgaben zu erklären. Allein Nyaru Menteng beschäftigt 144 lokale Mitarbeiter und hat derzeit 441 Orang Utans in ihrer Obhut.
trotteten die Kleinen mit vollgefutterten Bäuchen in ihre Schlafgemächer oder wurden per Schubkarre eingesammelt und somit per Taxi zu Bett gebracht. Als ich mal kurz auf Toilette wollte, wurde das verhindert, es war besetzt! Eine erwachsene Orang-Dame mit Malaria machte es sich stets in der Toilette gemütlich, weil das ein kühler und dunkler Raum ist.
Ein schlichtes Holzcamp mit dennoch gemütlichen Zimmern und vielen, vielen Insekten sollte unser vorübergehendes Zuhause sein. Eine Kakerlake fraß sich durch mein Trinkpäckchen und nagte an meinen Vitaminbonbons...
Am Abend sahen wir zusammen mit Lone und Hardy den Film "Apes in danger" und waren wohl alle sehr mitgenommen und betrübt.
Doch im Anschluß übergaben wir Lone all unsere Hilfsgüter, die wir mitgebracht hatten. Ein riesiger Berg Medikamente und medizinische Utensilien (ein riesiges Dankeschön an Peter Wiesmiller!) und eine Spende von 1.000 €, überreicht von Dagi & Jochen. Sie konnten Kinder der Klasse 8a der Heimschule Lender in Sasbach motivieren, durch einen Infostand eine dermaßen große Summe Geld zu sammeln.
und unsere Gruppe teilte sich in zwei Parteien. Der erste Trupp begab sich mit dem Boot hinaus zu den Katia Islands, einem semiwilden Habitat für Orangs, die auf die Auswilderung vorbereitet werden. Der andere Trupp und somit auch ich machte sich auf den Weg in den Wald von Nyaru Menteng, um den Kleinen bei ihrem täglichen Training zuzusehen. Das Grillengezirpe wurde immer lauter und der Schweiß lief einfach so wasserfallartig am Gesicht herunter. Die Fotoaufnahmen, die hier entstanden, entschädigen allerdings für alles.
Wir lernten Mickey, den Oberfrechen (auch Mister Frisur genannt) und Kesi kennen, die ihre Begegnung mit dem Menschen mit einer Hand bezahlte. Wilderer schlugen ihr beim Töten der Mutter mit einer Machete die Hand und fast den Fuß ab. Klettern kann sie dennoch sehr gut, wenngleich man in ihrem Gesicht bei jeder Bewegung das Traumata erkennen kann. Sie zeigt permanent schmale Lippen und hat den Glanz in ihren Augen verloren, den wir ihr alle von Herzen zurückwünschen!
Am Nachmittag sollte das Programm getauscht werden, doch ein plötzlicher Platzregen machte uns einen Strich durch die Rechnung. Für Gruppe 1 fiel der Besuch der Kindergarten-Gruppe sprichwörtlich ins Wasser, doch wir machten uns dennoch mit den Booten auf zu den Inseln. Es war nur von kurzem Glück, dann wurden auch wir dermaßen klitschnaß, daß wir Schutz in der Wachhütte suchten und dort die nächsten 2 Stunden verbrachten. Duschen brauchte an diesem Tag niemand mehr.
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